Gruppe 40 – Gedenken an Auschwitz

AuschwitzIn der Gruppe 40 gibt es eine Gedenktafel, die an die Opfer im Konzentrationslager Auschwitz und dem Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau erinnert. Hier wurden Juden, Roma, Sinti, Homosexuelle, polnische und sowjetische Kriegsgefangene und politisch Andersdenkende systematisch ermordet. Mehr als 1 Million Menschen wurden hier von den Nazischergen, die auch aus Österreich kamen, vernichtet.

„Es ist wichtig, dass die Erinnerung überlebt.“ Das Lager habe ihr ihre Jugend gestohlen, sagt  sie. „

Nun darüber zu erzählen, gibt meinen letzten Lebensjahren einen Sinn sagte Zofia Posmysz.

Hinrichtung unter dem WeihnachtsbaumHinrichtung unter dem Weihnachtsbaum
Vor 70 Jahren wurden die Kommunisten Ernst Bogner, Rudolf Friemel und Ludwig Vesely im KZ-Ausschwitz gehängt.
der neue mahnruf

Hans und Steffi Kunke, Mitglieder des Zentralkomitees der „Revolutionären Sozialistischen Jugend
Hans Kunke kam im KZ-Buchenwald ums Leben, seine Frau wurde zunächst ins KZ-Lichtenburg gebracht, dann nach Ravensbrück und schließlich nach Auschwitz, wo sie ebenfalls ermordet wurde.


 

1980 besuchte ich im Rahmen einer Studienreise der Gewerkschaftsjugend die Gedenkstätte in Auschwitz und ein enormer Eindruck hat sich in mein Gedächtnis geschrieben.

Als ich vor einer riesigen Glaswand stand und die Tonnen von Haare sah, die den Menschen abgeschoren wurden. Dieses Bild werde ich wahrscheinlich mein ganzes Leben nicht mehr vergessen.

Befreiung aus der Hölle

nannte der Standard auf der Titelseite am 24. Jänner 2015 den Artikel anläßlich der 70-Jahr-Feier zur Befreiung der Menschen im Vernichtungslager Auschwitz durch die Rote Armee.

Walter Fantl

„Dass ich überlebt habe“, sagt Walter heute, „war purer Zufall. Mehr nicht.“

Irma Schwager

„Nach der Befreiung von Auschwitz wurden allmählich in der ganzen Welt die ungeheuerlichen Verbrechen des Nationalsozialismus bekannt“.

Beim letzten Appell vor der Räumung des Lagers am 17. Jänner 1945 traten 67.012 Häftlinge an. Noch am selben Tag wurden 58.000 auf einen Todesmarsch Richtung Westen getrieben. Die Kranken und durch den Hunger bis auf das Skelett abgemagerten blieben zurück. (6)

Ein Befreier erinnert sich

Als Soldat der Roten Armee war Iwan Martinuschkin vor 70 Jahren an der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz beteiligt. Noch immer erinnert er sich an die Stille, den Aschegeruch und an die Freude in den Augen der Gefangenen.(2)

  • 368.820 Herrenanzüge
  • 836.255 Frauenkleider und
  • 5.525 Paar Damenschuhe.
  • Sieben Tonnen Frauenhaar.
  • Dazu Unmengen von Brillen, Zahnprothesen, Bein-Prothesen, Geschirr, Kleinkinder- und Babykleidung, Puppen, Teddybären, Spielsachen und winzige Schuhe. (5)

Das haben die Soldaten der Roten Armee vorgefunden, als sie heute vor 70 Jahren – am 27.Jänner 1945- das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreiten.


 

HBP Fischer in Auschwitz

Bundespräsident Heinz Fischer bei der 70-Jahr-Befreiungsfeier

Die Opfer von Auschwitz

Nach Angaben der heutigen Gedenkstätte sind hier mindestens 1,1 Mill. Menschen ermordet worden. Viele Historiker schätzen die Zahl höher ein. (1)

  • 900.000 davon wurden direkt nach der Ankunft im Lager vergast.
  • 200.000 starben durch Misshandlungen, Krankheiten, Unterernährung oder  wurden später vergast.
  • Unter den Getöteten waren 232.000 Kinder.

Deportationen nach Auschwitz (3)

  • Juden aus Ungarn: 438.000
  • Juden aus Polen: 300.000
  • Juden aus Frankreich: 69.000
  • Juden aus den Niederlanden: 60.000
  • Juden aus Griechenland: 55.000
  • Juden aus dem Protektorat Böhmen und Mähren (Theresienstadt): 46.000
  • Juden aus der Slowakei: 27.000
  • Juden aus Belgien: 25.000
  • Juden aus Deutschland und Österreich: 38.600 (23.000 in Direkttransporten)
  • Juden aus Jugoslawien: 10.000 bis 12.300
  • Juden aus Italien: 7.500
  • Juden aus Norwegen: 690
  • Juden aus Überstellungen aus anderen Konzentrationslagern, Nebenlagern: 34.000
  • Polen: 140.000 bis 150.000
  • Sowjetische Kriegsgefangene: 15.000
  • Roma und Sinti: 4000
  • Andere: 25.000

 

Die Geschichte von Auschwitz anhand von 11 Video-Stolpersteine

Der Radiosender N-JOY und die Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaft haben historische Originalberichte von Auschwitz-Überlebenden mit künstlerischen Bildern zu kleinen Filmen animiert haben.


 

Die Mörder von Auschwitz

„Ein Meer von Blut im Sand versickert“
Als die Auschwitz-Mörder vor Gericht standen
Es ist ein Mammut-Prozess, der größte Strafprozess der Bundesrepublik: 22 Männer, die in Auschwitz Dienst taten, stehen seit dem 20. Dezember 1963 vor Gericht. Es geht um Völkermord, Folter, individuelle Schuld.

Die Anzahl der Österreicher war unter KZ-Aufsehern und SS-Mitgliedern im Vergleich zur Bevölkerung überdurchschnittlich hoch. Ein Auszug von österreichischen VerbrecherInnen in Auschwitz.

Die ersten Prozesse gegen Kommandanten und Aufseher/innen fanden in Polen statt. Österreichische Angeklagte waren u.a. der Gestapochef von Auschwitz, Maximilian Grabner, und Maria Mandel, Oberaufseherin im Frauenlager Auschwitz-Birkenau, welche beide im Jänner 1948 in Krakau hingerichtet wurden. (4)

In Österreich wurde das erste (und einzige) große Ermittlungsverfahren – gegen insgesamt 51 österreichische Angehörige der Lager-SS – erst 1960 eingeleitet. Die gerichtlichen Untersuchungen zogen sich über 1 Jahrzehnt lang hin, nur gegen vier Beschuldigte wurde schließlich Anklage erhoben. In zwei mehrwöchigen Prozessen wurden 1972 alle vier trotz teilweise erdrückender Beweislast von den Geschworenen freigesprochen. Eine Auseinandersetzung der Rolle von Österreicher/innen im Vernichtungslager Auschwitz erfolgte jedoch hierzulande nicht.


 

Reaktionen auf die 70 – Jahr Befreiungsfeier in den Medien

Die Zeit: „Auschwitz liefert nicht unbedingt authentische Informationen“
Sollten alle Schüler KZ-Gedenkstätten besuchen? Nein, sagt der Didaktiker Rathenow. Aber sie müssen lernen, was Geschichte mit ihnen zu tun hat. INTERVIEW: PARVIN SADIGH

Standard: 70 Jahre nach Auschwitz: Weltweites Gedenken an Holocaust-Opfer – Deutscher Bundespräsident Gauck: Erinnerung an den Holocaust Sache aller Bürger.

Standard: Auschwitz: Österreichs Politiker mahnen Verantwortung ein –
Fischer und Faymann bei Gedenken in Polen – Zahlreiche Stellungnahmen von Spitzenpolitikern

Presse: „Ort des Bösen“ – Fischer mahnt Verantwortung ein.

Salzburger Nachrichten: Heldenplatz-Gedenken mit Mahnung vor neuer Gefahr – Zum Gedenken an die Verbrechen des NS-Regimes haben sich am Dienstagabend – am Tag genau 70 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz – Hunderte Menschen am Wiener Heldenplatz zu einer Kundgebung versammelt.

Magazin der Spiegel: „Mich hat Auschwitz nie verlassen“
Zeitgeschichte Die Befreiung des größten Ver­nich­tungs­la­gers jährt sich zum 70. Mal. Nur wenige Zeugen können noch berichten, was geschah. Hier erzählen 19 ehemalige Häftlinge von ihrem Leidensweg durch den Holocaust.

ORF: Emotionale Rückkehr bei Gedenkfeier
Am Dienstag legten Überlebende bereits in der Früh vor der „Todeswand“ im Stammlager, an der im Zweiten Weltkrieg Tausende Menschen erschossen worden waren, Blumen nieder und entzündeten Kerzen.

Ö1 – Den Opfern eine Stimme geben
Ein Radiokolleg anlässlich des 70. Jahrestags der Befreiung des Vernichtungslagers Ausschwitz

BR2 – „Im letzten Jahr hat Hans Kremer in der BR2-Sendung »radio­Texte« anlässlich des 25. To­destages von Primo Levi Auszüge aus zwei seiner Bücher gelesen: »Ist das ein Mensch?« und »Atempause«.“

DIE ZEIT – als Kindersoldat in Auschwitz – 29.Jänner 2015


 

Artikeln zu Auschwitz

Standard – „Für Gefühle gab es in Auschwitz kaum Platz“
Interview | Marie-Theres Egye d8. November 2013, 18:24 –
Anita Lasker-Wallfisch, KZ-Überlebende, über den Holocaust als
„Tiefpunkt der Menschheit“ und eine Geschichte, die niemand
hören wollte

Kurierder letzte Ausschwitzwärter ist tot – 13. März 2015
Das Ermittlungsverfahren gegen den 91-jährigen Johann Hummel stand kurz vor dem Abschluss

ORF KZ Auschwitz: Wiener gestaltet Ausstellung
Mit der Gestaltung der neuen Österreich-Ausstellung in der Gedenkstätte Auschwitz hat der Nationalfonds den Wiener Architekten Martin Kohlbauer beauftragt. Mit seiner Umsetzung will er dabei vor allem „den Opfern gerecht werden“.

Kurier, 14. April 2015 – Wachsam sein gegen Radikalismen

Wir haben aus der Geschichte ziemlich wenig gelernt

Mit diesen aufrüttelnden Worten hält die Überlebende des Vernichtungslagers Auschwitz, Anita Lasker-Wallfisch, der Gesellschaft einen Spiegel vor. Die 89 jährige macht eindringlich aufmerksam, dass rassitisch motivierte Terrorakte, Antisemitismus, Radikalismus und Nationalismus dramatisch zunehemen.

In der ganzen Welt fließt unschuldiges Blut

sagte Lasker-Wallfisch..
Wie durch ein Wunder überlebte sie Auschwitz. Gerettet hat sie ihr Cello-Spiel. Im Orchester musste sie Märsche am Tor spielen. Das tägliche Panorama war ein Strom von Menschen, die in die Gaskammern getrieben wurden und der dunkle Rauch aus den Schornsteinen. Heute lebt Lasker-Wallfisch in London.

Kurier 17. April 2015 – „Auf dem größten Friedhof der Welt“
500 Schüler aus Österreich besuchen ehemaliges KZ, 15.000 Menschen beim „March of The Living“

ORF-News – April 2015 – Buchhalter von Auschwitz gesteht
Mit einem persönlichen Schuldeingeständnis des Angeklagten hat am Dienstag im deutschen Lüneburg der Prozess gegen den mutmaßlichen NS-Täter Oskar Gröning wegen seiner früheren Tätigkeit als SS-Buchhalter im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau begonnen.

ORF – 24. April 2015 – Polens Integrationsfigur Bartoszewski ist tot
Der frühere polnische Außenminister Wladyslaw Bartoszewski ist tot. Bartoszewski, ein ehemaliger Auschwitz-Häftling, war ein Wegbereiter der deutsch-polnischen Aussöhnung.

ZEITmagazin: Lachen über Nazis – der israelische Künstler Erez Israeli
Das Lachen bleibt im Hals stecken. Aber Humor hilft dabei, die Katastrophe der Vergangenheit zu bewältigen, glaubt Erez Israeli. Seine neuesten Illustrationen.
Lachen über Nazis – Künstler Erez Israeli

Süddeutsche Zeitung, 3.12.2006: Warum eine Auschwitz-Überlebende den Tätern von einst vergibt

Als Zehnjährige kam Eva Mozes Kor ins KZ, Josef Mengele führte an ihr Experimente durch. Heute reist sie durch die Welt und erklärt, dass Vergeben nicht Vergessen ist, sondern eine Form von Macht. Mehr zu Eva Mozes….


Literaturtipps: auf dieser Seite gibt es eine Übersicht für  Büchern und Unterlagen zu Themen dieses Blogs.


Quellenverzeichnis:

(1) Der Standard am 24./25. Jänner 2015
(2) Die Zeit-Online am 27. Jänner 2015
(3) http://de.wikipedia.org/wiki/Opferzahlen_der_Konzentrationslager_Auschwitz
(4) Presseerklärung der Zentralen österreichischen Forschungsstelle Nachkriegsjustiz
(5) Ö1-Radiokolleg – Niemals vergessen vom 27. Jänner 2015
(6) Ö1-Radiokolleg – Niemals vergessen vom 28. Jänner 2015

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