Österreich machte nach 1945 Fehler

Bundespräsident Heinz Fischer bekannte, dass Österreich nach 1945 Fehler machte.

„Es war offenbar sehr schwer, aus dieser Wahrheit konkrete Gerechtigkeit für eine riesige Zahl von Einzelfällen zu schaffen – und zwar sowohl was die Täter als auch die Opfer betrifft“. Dazu hätte die Pflicht gehört, jenen Österreichern, die von den Nazis vertrieben und zur Emigration gezwungen wurden, nach dem Krieg die österreichische Staatsbürgerschaft automatisch zurückzugeben oder zumindest anzubieten. „Dass dies nicht geschehen ist, war ein großes Unrecht, das vielen sehr weh getan hat.“

Der ganze Artikel im Kurier – Ein Europa unterm Hakenkreuz – schrecklich

Buchenwald – Gruppe 40

Buchenwald - webVor kurzem sah ich die Neuverfilmung des Romans von Bruno Apitz. Die dramatische Rettung des Jungen in Buchenwald  und der Einblick in die Abscheulichkeiten des menschlichen Wesens berührten mich sehr. Wenn man diese Beliebigkeit zwischen Leben und Tod, diese Grausamkeiten der Folter sieht, dann ist der Titel des Films „Nackt unter Wölfen“ fast verharmlosend.

Ein Gedenkstein in der Gruppe 40 erinnert an das Konzentrationslager Buchenwald.

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Der Rumänenfriedhof in Zwentendorf

SAMSUNG CAMERA PICTURESAm Samstag, den 11. April 2015 entdeckten Brigitte und ich bei einer Radtour  einen Rumänenfriedhof. Ganz am westlichen Ortsrand von Zwentendorf in der Mariahilferstrasse steht die unscheinbare Gedenkstätte.
In erster Linie dient sie zur Erinnerung an die rumänischen Kriegs-gefangene, die als Zwangsarbeiter, hier in einem österreichischen Arbeitslager den Tod fanden. Wir fanden aber einen weiteren Gedenkstein, der zwar stark verwittert ist, aber wo man noch eine Inschrift mit „Kriegsgräber von 1939 – 1945“ lesen kann.

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„Alle“ und niemand töteten Kirchweger

Foto 01In den ORF-News erinnern sie heute anläßlich des 50igsten Todestages von Ernst Kirchweger. Damals wie heute sorgen „stramme Burschen“ für den richtigen deutschen Ton. Burschenschafter, Kartellverbände, rechte Rabauken – ob als Kapperlträger oder als Nipster von rechts – eines haben sie immer gemeinsam – nazistische Parolen bei ausländerfeinlichen Demos, Hitlerfrömmelei und rechtsextremen Attacken auf die Demokratie.

Was war damals geschehen? StudentInnen, die sich gegen einen rechtsextremen Professor wehren – Taras Borodajkewycz – beschützt vom ÖVP – Establishment. Bei einer Kundgebung attackieren Rechte Studenten (RFS) die Demonstranten, einer von ihnen den 67-jährigen Antiafschisten Ernst Kirchweger am 31. März so schwer, dass dieser zwei Tage später seinen Verletzungen im Spital erliegt.

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Josef Scheu

Josef Scheu - GrabinschriftBereits bei einem Spaziergang 2011 entdeckten wir die Ruhestätte von Josef Scheu – in der Gruppe 64, Reihe 2, Nr 18. Er starb im 64. Lebensjahr am 12.10.1904 und wurde hier im Zentralfriedhof begraben.
1868 gründete Josef Scheu auch eine Liedertafel im Arbeiterbildungsverein Gumpendorf, aus der 1878 der von ihm geleitete Arbeiter-Sängerbund Wien hervorging. (1) Berühmt wurde er jedoch mit dem Lied der Arbeit, das er nach einem Text von Josef Zapf komponierte und das am  29. August 1868 bei einer Arbeiterversammlung beim Zobel in Fünfhaus zum ersten Mal aufgeführt wurde.

 

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Schachtgräber Gruppe 40 – Johanna Cupal

Gedenkstunden für die Opfer des NS-Regimes
Kurier, 11. März 2015

Johanna CupalAm Beispiel von Johanna Cupal, die als junge Mutter ein Woche nach der Geburt ihres Kindes von österr. Nazi-Schergen mit dem Fallbeil ermordet wurde. Sie, ihr Bruder und ihre Mutter sind brutalste Beispiele für die Demütigung von Menschen durch das faschistische Regime. Acht Tage nach der Entbindung am 17. September 1943 wurde das Kind, ein Mädchen, an eine Schwester Cupals übergeben.
Gegen die Überlassung der Leichen an die Angehörigen äußerte die Gestapo Bedenken, „da die Möglichkeit besteht, dass die Bestattung und das Grab der Hingerichteten von
Mitgliedern tschechisch-oppositioneller Kreise propagandistisch ausgewertet
werden könnte“. (1)

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1848 in Wien – die erste Frauendemonstration in Österreich

Erste FrauendemoIm August senkt der Arbeitsminister Schwarzer die Löhne der Erdarbeiter-innen, die bei Notstandsbauten beschäftigt sind, von 20 auf 15 Kronen pro Tag (Männer bekommen für dieselbe Arbeit 25 Kronen). Am 21. August demonstrieren die Frauen, es ist die erste Frauendemonstration in Österreich. Am 23. August wird eine Demonstration, der sich jetzt auch männliche Arbeiter angeschlossen haben, beim Praterstern von Sicherheitswachen und Nationalgarden blutig auseinandergetrieben. Die „Praterschlacht“ fordert insgesamt 22 Tote und über 300 Verwundete.

Mehr dazu – Erster Wiener Protestwanderweg – Die Revolution 1848

Ein paar Gedanken zur Gruppe 40

Anläßlich eines Artikels in der Zeit mit dem Titel „Deutschstunde – die Wehrmachtsausstellung und ihre historische Bedeutung“ wurden Helmut Schmidt, der Ausstellungsmacher Hannes Heer und der Historiker Habbo Knoch interviewt.

Helmut SchmidtViele Österreicher waren als Soldaten in der Wehrmacht von 1941 bis 1944 im Osten bei Greueltaten mit dabei. Die Ausstellung zeigte auf, dass die drei großen Verbrechen-komplexe der Nazizeit – Diktatur, der Krieg und der Völkermord sich nicht voneinander trennen lassen. Helmut Schmidt fand für mich die richtigen Worte, die ich an die Gruppen, die mit mir diese Gedenkstätte besuchen, gerne weitergebe:

Wir heutigen ÖsterreicherInnen sind als Personen nicht schuldig, aber wir haben die politische Erbschaft der Schuldigen zu tragen. Hierin liegt unsere Verantwortung. Und daraus ergibt sich, die Zukunft nicht dem Zufall zu überlassen, sondern sie mit Mut und Umsicht zu gestalten.

Denkmal zu Ehren der jüdischen Soldaten aus dem ersten Weltkrieg

Gedenkstätte Jüd. Soldaten des 1-kleinZentralfriedhof, Tor 11
Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) Wien plante bereits 1919 die Errichtung eines Heldendenkmals für die gefallenen jüdischen Soldaten Wiens, das auf der neuangelegten Grabstätte 76B aufgestellt wurde. (1) Die Jury traf am 8. November 1926 unter der Leitung von Clemens Holzmeister ihre Entscheidung; das Jüdische Kriegerdenkmal (ein noch heute progressiver Bau, der sich von üblichen Kriegerdenkmälern in seiner Konzeption wesentlich unterscheidet) wurde 1927/1928 nach Plänen von Leopold Ponzen erbaut, der einen achteckigen Wehrturm mit Zinnen entworfen hatte; auf sieben Marmortafeln sind die Namen der Gefallenen festgehalten.

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